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Gustav-Adolfs-Gebäck

Am 6. November wird in den Bäckereien in und um Göteborg Gustav-Adolfs-Gebäck angeboten. Gustav II. Adolf gilt als Begründer der Stadt Göteborg.

Der legendäre Schwedenkönig wird eben nicht nur mit Denkmälern verewigt, sondern zu seinem Gedenken wird hier sogar Kuchen gebacken. Gustav II. Adolf ist wohl der bei uns bekannteste König der Schweden, weil er mit seinen Truppen im 30jährigen Krieg durch Deutschland marschiert ist. Am 6. November 1632 ist er in der Schlacht bei Lützen gefallen. Und das beschert uns nun diese Leckerei mit Marzipan und Schokoladenbild des Königs.

Autofahren in Schweden

Autofahren ist ein Vergnügen in Schweden! Innerhalb einer Stunde kommen einem max. 20 Autos entgegen. Keiner hupt oder drängelt. Mal abgesehen von den wenigen Großstädten, gibt es Staus nur in Ausnahmesituationen. Entspannt und ruhig kommt man an seinem Ziel an.

Schweden, Du hast es besser!

Halt, da war doch noch was. Ach ja! Autofahren in Schweden ist mitunter auch etwas wunderlich.

Blitzer werden mit deutlichen großen Schildern rechtzeitig angezeigt. DANKE! Achtung Blitzer
Da aber so kein Geld in die Staatskasse fließt, gibt es auch mobile Überwachungen. Ist man viiieeel zu schnell, muss man sogar gleich sein Auto stehen lassen und zu Fuß weitergehen. Nicht so empfehlenswert.

In Schweden gilt, wie auch in Deutschland, rechts vor links bei gleichberechtigten Straßen.
Liebe Ausländer! Vergesst das ganz schnell. Hier nimmt sich nämlich Vorfahrt, wer geradeaus fährt.

Der Blinker ist das wahrscheinlich am wenigsten benötigte Ersatzteil für ein Auto. Wozu blinken? Warte doch, bis Du siehst, wohin ich fahre.

Da auf den Straßen durch die Wälder nur wenig Autos entgegenkommen, fährt man in der Mitte. Das ist ganz praktisch, denn das erweitert die Ausweichmöglichkeiten, wenn Tiere über die Straße laufen. Nur wäre es auch praktisch, wenn man bei Gegenverkehr wieder auf seine Seite fährt – leider nicht immer selbstverständlich. Ich musste schon manchmal den Bauch einziehen und die Luft anhalten :D

Das Reißverschlussystem funktioniert so gut wie gar nicht. Wenn eine Spur in ca. 1 km aufhört, dann kannst Du nicht einfach in dieser bis zum Anschlag weiterfahren – böse, böse. Nee, stell Dich gefälligst an der anderen an, so wie alle anderen auch. Oder bist Du was Besseres? Na zum Glück ist mein Auto so alt, dass ich in Ruhe nach vorne fahren und mich dann ordnungsgemäß einfädeln kann.

Eine beliebte Unsitte ist – ich krieg soo’n Hals im Auto – weitaus langsamer als die max. Geschwindigkeit zu fahren. Besonders, wenn auf lange Sicht keine Überholmöglichkeit besteht. Und die, die mir aus einer Seitenstraße vor’s Auto fahren und dann ihr Gaspedal nicht finden, sind meine besonderen Freunde. Dabei hätten sie doch warten können; die Straßen sind, wie gesagt, meist leer. Beides kommt sehr regelmäßig vor.

Bemerkenswert ist, dass Du nicht von der Automarke auf den Fahrer schließen kannst. Der Audifahrer hinter mir hält einen ordentlichen Sicherheitsabstand. Der Porschefahrer neben mir an der Ampel kommt nicht aus den Startlöchern. Und der Mercedesfahrer lässt mir die Vorfahrt, weil er nicht weiß, dass er sie eigentlich selbst hat.

Noch was: Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung ist nicht verboten. Wenn der Vordermann trotz grüner Ampel ordentlich bremst, liegt das nicht daran, dass er farbenblind ist, sondern dass er wohl gerade eine SMS schreibt oder telefoniert.

Das Gesetz von Jante

Um das Denken und Handeln der Schweden bzw. Skandinavier mitunter besser zu verstehen, hilft es, das Gesetz von Jante (Jantelagen) zu kennen. Besser als Wikipedia kann ich’s auch nicht erklären, also bitte hier entlang.

Und nun glaubt ja nicht, dass Ihr was Bess’res seid.

Der Winter fängt ja gut an! Und ich habe noch nicht mal Winterreifen am Auto!
OktoberwinterWinterstrasse Erster Schnee im Garten.

Auf dem Weg zur Arbeit.

Waidmanns Heil!

Jetzt geht’s den Elchen an den Kragen. Anfang Oktober beginnt die Elchjagd.

Hier einige Fakten:
Anzahl der Elche: ca. 400 000 (nach der Jagdsaison: ca. 300 000)
Anzahl der Jäger: ca. 250 00
Anzahl der geschossenen Elche: ca. 100 000!!

Jetzt werden die Männer wieder zu „richtigen“ Männern: sie gehen nämlich auf die Jagd.
Heutzutage natürlich mit moderner Ausrüstung.  Wenn man mit dem Auto fährt, sieht man sie mit dem Gewehr am Waldrand sitzen, wartend auf den Elch, der da sicher jeden Moment aus dem Wald springt. Sie haben Hunde mit kleinen umgeschnallten Antennen. Wahrscheinlich sind die Hunde mit GPS ausgerüstet…
Und alle Jäger haben neon-orangefarbene basecaps auf, die durch den Morgennebel leuchten. Irgendwo haben sie einen Pick-up geparkt, denn so ein Elch passt schließlich nicht in einen Kofferraum.

Die armen Elche werden nun ganz verrückt und haben keine ruhige Minute mehr. Sie rennen aufgescheucht durch die Wälder und nehmen sich auch nicht die Zeit, vor dem Überqueren der Straßen erst nach links und dann nach rechts zu gucken. Das aber kann für Elch und Autofahrer ein böses Ende geben.

Übrigens gehen hier auch Frauen jagen. Die Gleichberechtigung ist in Schweden mindestens genauso heilig, wie die Elchjagd selbst.

Nun wird es gefährlich, in den Wald zu gehen. Man möchte ja nicht beim Pilze suchen aus Versehen mit einem Elch verwechselt werden. Werde mir wohl die Warnweste aus dem Auto überziehen müssen.

Das Zusammenleben der Schweden ist wohl kategorisiert. Und das sind die Kategorien:

single – särbo – sambo – gift – skild

Single
Das ist einfach und verständlich: Man ist glücklich oder auch nicht – je nach Gemütslage oder Vorliebe – und wohnt allein zu Haus.

Särbo
Hier ist mehr Erklärungsbedarf geboten.
Sär kommt von särskild und bedeutet einzeln. Das bo bedeutet wohnen.
Nun kann man es sich schon zusammenreimen. Es gibt einen Liebsten und eine Liebste, aber jeder hat seine eigene Wohnung. Praktisch!

Sambo
Sam kommt von samman. Das bo wissen wir schon.
Man lebt also ohne Trauschein zusammen, das machen wohl die meisten hier.
Neulich sagte mir eine Frau, die ich nach der Anzahl ihrer Kinder fragte: „Mein Sambo und ich haben ein Kind.“ Warum spricht sie nicht von ihrem Mann? Ob sie verheiratet ist oder nicht, wollte ich doch gar nicht wissen. Muss man so genau sein?
Mein Mann ist mein Mann – mit oder ohne Trauschein.

Gift
Das hört sich nicht wie das Miteinander an – ist es aber im höchsten Grade.
Es bedeutet nämlich soviel wie vergeben, also verheiratet.
Wenn man also mal ja gesagt hat, ist man gift. Bei manchen Paaren mag das ja dann auch wörtlich (deutsch und groß geschrieben) gemeint sein.

Skild
Da hat es wieder ein Ende, man ist geschieden, der Kreis schließt sich und man fängt wieder als Single/ Särbo/ Sambo an.

Schwedischkurs Teil 1

Warum Smultronella?

Smultronella ist meine Erfindung, es kommt von smultron. Das ist schwedisch und heißt Walderdbeere. Für die naturverliebten Schweden sind alle Beeren heilig und die Walderdbeeren sind etwas ganz besonderes. Daher haben sie auch ein Wort gefunden, das heißt Walderdbeerenstelle (smultronställe). Die deutsche Übersetzung: Lieblingsplatz.

Wenn die Schweden also zu ihrer Walderdbeerenstelle gehen, heißt das nicht zwangsläufig, dass sie dort Walderdbeeeren suchen wollen.

Und wie heißen nun die normalen Erdbeeren auf schwedisch?

jordgubbar!

jord bedeutet Erde
gubbar sind alte Männer

Den Zusammenhang zwischen den alten Männern und den leckeren Erdbeeren konnte mir allerdings noch keiner erklären.

Guten Appetit!

Gute Aussichten?

Wie verkauft man in Schweden die Tageszeitungen mit den großen Buchstaben und den vielen bunten Bildern am besten?

A) Man hat Artikel über Sex oder irgendwelche abstrusen Diäten, bei denen man in 3 Tagen 20 kg verliert. – Das läuft überall und ist nicht wirklich typisch schwedisch.
B) Man (er)findet Skandälchen über Promis. Ebenfalls nicht typisch schwedisch.

Oder man schreibt,
C) dass jetzt endlich das schöne Wetter kommt. Alle Schweden und besonders die Zugewanderten wollen wissen wann, und zack, schon sind die Zeitungen ausverkauft.

Da steht dann, dass die russische Steppenwärme Einzug hält – die war übrigens bis heute nicht da.
Oder (im verregneten Juli), dass der August besonders fantastisch wird – aber sie haben nicht gesagt in welchem Jahr, vielleicht meinten sie 2015.

Nun hat aber eine der seriösen Zeitungen sich zu Prophezeiungen herabgelassen: Es soll bei uns im Herbst und Winter mehr regnen, im Sommer trockener werden. Hipphipphurra! Mirdochegal, ob der November verregnet ist, grau und trist war der doch schon immer. Naja, mehr Schnee im Winter will ich nicht unbedingt, aber man muss ja irgendwo klein beigeben.

Das mit den trockenen Sommern wegen der globalen Erwärmung – da bin ich Egoist – das hört sich gut an. Die Frage ist nur, ab wann soll das sein? Ab 2050 vielleicht, wenn ich mir die Radieschen von unten anschaue? Oder etwas eher?

Nachdem hier nun 3 miesepetrige Sommer waren und es in diesem Juli 3x mehr als üblich geregnet hat, müsste doch laut Statistik nächstes Jahr eigentlich ein Super-Sommer werden?

Und wenn das in der Zeitung steht, da muss es doch stimmen, oder???

Es herbstet

Frage: Wann hat Sommer stattgefunden?????
Antwort: In Woche 27.

Ich will den Sommer zurück, der wurde geklaut! Wo ist der Dieb?
Muss wohl bis zum nächsten Jahr warten und hoffen. Darin hab ich bald Übung. Ich – die Ungeduld! Haha!

Ich will einen riesengroßen Wärmestrahler!
Einen, der meine Tomatenversuchsanlage vor Nachtfrösten schützt und meine Tomaten reifen lässt.
Einen, der den See auf mindestens 22 Grad erwärmt.
Einen, der auch die Regenwolken wegpustet.
Einen, der mir das Gefühl von Sommer gibt!

Nach dem dritten kalten und verregneten Sommer in Folge, wird wohl in Schweden das Wort für Sommer (sommar) abgeschafft.
Schulkinder lernen über den Sommer nur noch im Geschichtsunterricht.
Der Sommer-Schluss-Verkauf ist bedeutungslos geworden.
Die Hersteller von Regenjacken werden reicher als der IKEA-Gründer Ingvar Kamprad.
Thermometerhersteller produzieren nur noch Thermometer mit der Höchsttemperatur von 18 Grad.
Meteorologen definieren die Jahreszeiten neu: der Frühling geht Mitte Juli nahtlos in den Herbst über. Man wundert sich über einen warmen Tag Anfang Juli.

Und nun?
Ich werde dann mal den Herbst genießen. Denn wenn erst mal der lange Winter Einzug gehalten hat, dann wünsch ich mir doch glatt den Herbst zurück.

Wutanfall

Ick wert varrückt!

Da fleecht man jeede einzelne flanze in sein jahten, da freut man sich dat se nich afrorn sind im winta bei den schwedischen eistemperaturn, da kiekt man jeden tag wie se wachsen – jedet neue blatt is’n luftsprung – da kümmat man sich, dat se nich vatrocknen, wenns nich regnet und man hält ditt unkraut im zaum, weil ditt nämlich komischaweise wächst wie im rejenwald. Also, ick will saren, ick kümma mich liebevoll um meine flanzen.

Fette EkelschleimschneckeAba eens is hier schlimmer als die zehn biblischen plagen: die spanischen mördaschnecken! (schwedisch: mördarsnigel). Ick meine nich die kleenen süßen dinga mit’n haus druff – nee die nackten, fetten, braunen, schleimigen ekelviecha. Du kannst janich kieken so schnell wie da allet wegfressen. Natürlich fressen se keen unkraut, nee nur ditt beste vom besten, also meene mühsam uffjezognen blumen. SUPA!


Watt tun? Ett jibbt nur eene möchlichkei t, nämlich den viehchan den krieg zu aklärn. Und ditt habick nun jemacht. Mit schneckenkorn fang ick janich erst an, viel zu wirkungslos. Hier in schweden hat so jeder sein hausmittel jejen ditt mistzeuch, aber nichts wirkt so richtich. Daher is meene metode die unbarmherzige – mitleid könnse von mir nich mehr erwaten. Ick schubs die viecha in’n eima mit salzwasser, dattse druffjehn.

Wer emfindlich is, liest jetz lieba nich mehr weita.

Wenn ick nämlich so richtich wütend bin, denn nehm ick die jahtenschere und schneid ihnen den kopp ab. SO! ZACK! AB!

Vielleicht nimmt mir buddha ditt übel und lässt mich deshalb ditt nächste mal als schleimschnecke uff de welt kommen. Aba ditt risiko mussick einjehn.

So! Muss jetz wieda in den krieg ziehn. Schüss!

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