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Archive for the ‘Schwedisches Leben’ Category

Schweden hat seit gestern eine eigene Telefonnummer!

Da muss ich mich nach langer Abstinenz (die sicher auch noch anhalten wird) kurzzeitig zu Wort melden.
Ich möchte nämlich gern ich auf eine Telefonnummer aufmerksam machen:
Die schwedische Telefonnummer!
The Swedish Number!

+46 771 793 336

Wer diese Nummer wählt, wird per Zufallsgenerator an einen Schweden weitergeleitet und kann mit ihm oder ihr über Gott und die Welt oder was auch immer reden.

Die Idee kommt vom schwedischen Tourismusverein.
Vor 250 Jahren, im Jahr 1766, hat Schweden als erstes Land der Welt ein Gesetz über die Pressefreiheit erlassen. Aus diesem Anlass hat nun Schweden eine eigene Telefonnummer bekommen.

Wie das funktioniert, kann man bei www.theswedishnumber.com nachlesen oder man probiert es einfach selbst aus.

Die Statistik zeigt übrigens, dass die Deutschen sehr fleissig von dem Angebot Gebrauch machen. Deutschland liegt auf Platz 5 (Stand 7. April spät am Abend).

Also nichts wie los: seid neugierig und ruft an!

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flagWarum weht am Fahnenmast  vor dem Büro heute die schwedische Fahne und nicht – wie sonst üblich – die unserer Gemeinde, frage ich meine Kollegen als wir nach dem Mittagessen daran vorbeilaufen.
Hmm, müsste man wohl wissen wissen, sagten sie und schauten fragend in die Runde.
Keiner wusste was.
Extra-Gehaltstag, vielleicht?
Königs Geburtstag? Oder Estelles?
Ach, wer weiß, was der König mal wieder angestellt hat….

Viktooorias Naaamenstaaag, rief jemand am Ende des Korridors.
Achsooooooo.

Während man bei Königs feiert, geht das gemeine Volk arbeiten.
Nun denn.

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Das ist eines der wichtigsten Wörter, die man in Schweden kennen muss:

fika

Die fika (Betonung bitte auf dem laaaang gesprochenen iiiiii !) ist eine Pause am Vormittag und Nachmittag, in der traditionell Kaffe getrunken wird, es darf natürlich auch Tee sein. Dazu wird eine Kleinigkeit gegessen, meist kleine Gebäckstücke wie zum Beispiel kanelbullar –  aber auch herzhaft belegte Brote können gereicht werden.
Das Wichtigste an der fika ist nicht der Kaffee oder der Imbiss, sondern das Beisammensein mit Kollegen, Freunden, Nachbarn oder der Familie.

20140116_090937Die fika ist eine „soziale Institution“ in Schweden und die tägliche Arbeit, Angelvereinssitzungen, Computerkurse oder ehrenamtliche Arbeitseinsätze sind ohne eine fika undenkbar!

Kennt Ihr den schwedischen Film „Wie im Himmel“? Einer der Chormitglieder sagt bei der Probe, „fika ist auch wichtig“. Der ambitionierte Chorleiter musste sich fügen.

Als ich gestern bei einer Weiterbildungsveranstaltung den Raum betrat, war das Wichtigste am Flipchart zusammengefasst. Thema oder Ablauf der Veranstaltung schienen eine untergeordnete Rolle zu spielen 😉

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Hab ich mal erwähnt, dass sich in Schweden (bzw. in Skandinavien) alle duzen? Arzt, Busfahrer, Chef, Nachbar, Richter, Polizist oder Pfarrer – alle werden mit du angeredet (sprich „dü“).

Das war nicht immer so.
Fremde oder ranghöhere Personen wurden mit Herr oder Frau oder gar ihrem Titel in der 3. Person angeredet.  Das klingt altmodisch und für uns umständlich:
Skulle herr Andersson vilja läsa tidningen? Möchte Herr Andersson die Zeitung lesen? (Möchten Sie die Zeitung lesen, Herr Andersson?)
Läste professorn tidningen? Hat der Professor die Zeitung gelesen? (Haben Sie die Zeitung gelesen, Herr Professor?)

Und wusste man nicht, wie man sich ausdrücken sollte, da konnte man das Ganze unpersönlich gestalten. Das höfliche „Sie“ gab es nicht im Schwedischen.
Lästes tidningen? Wurde die Zeitung gelesen? (Haben Sie die Zeitung gelesen?)

Dieser befremdlichen Ausdrucksweise wurde mit der Du-Reform in den 60ern ein Ende gesetzt. Und nun kann jeder jeden fragen, läste du tidningen? Hast du die Zeitung gelesen?

Der König wird allerdings weiterhin mit Ers majestät – Seine Majestät – angeredet. Aber in die Verlegenheit kommt man wohl nicht zu oft.

Komisch wird es erst, wenn sich Deutsche in Schweden begegnen. Solange das Gespräch auf schwedisch geführt wird, duzen wir uns. Geht es dann auf deutsch weiter, wird mitunter wieder auf das „Sie“ umgeschwenkt. Und dann einigt man sich meist, dass man sich doch lieber duzt. Schließlich sind wir ja in Schweden.

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Ämter, Banken, Telefongesellschaften, Versicherungen und grössere Firmen generell haben schon lange keine nette Stimme mehr, die Anrufe freundlich und persönlich entgegennimmt. Das wird nur noch durch einen Computer erledigt.

Und der ist schwedisch-perfekt organisiert.

Nach dem välkommen wirst du aufgefordert, dich durch mindestens 3 Menüs und etliche Untermenüs zu drücken. Auf Tastendruck erhältst du die Menüs sogar auf englisch.
Wenn der Computer rausgekriegt hat, was du willst, wirst du in eine Warteschleife gelegt. Und wenn du Glück hast, kommst du zum Bearbeiter ohne vorher aus der Leistung geschmissen worden zu sein.

Ist das etwa neu? Nee!

Aber das:
Der Computer sagt dir in regelmäßigen Abständen, auf dem wievielten Platz in der Warteschleife du gerade liegst. Du kannst also mitverfolgen, wie schnell oder langsam du dem Gespräch näher kommst.
Manche Firmen geben sogar noch die Wartezeit an, mit der man ungefähr rechnen muss. 

Dann ist es so weit:
Der Bearbeiter am anderen Ende weiß jetzt schon, wer du bist, denn dem Computer hast du gleich zu Beginn der Aktion deine Kundennummer mitgeteilt.

Und hat man noch richtig Glück, kann der Bearbeiter sogar das Problem lösen.

Auf Wiederhören!

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In der letzten Woche habe ich mal wieder eine meiner seltenen Bahnreisen unternommen.
Leider hatte in der Nacht zuvor jemand mit seinem Baufahrzeug die Stromleitung abgerissen. Nur gut, dass ich Extrazeit eingeplant hatte.

Bei der Ausfahrt des Zuges aus dem Göteborger Bahnhof wurde uns mitgeteilt, dass wir eine Teilstrecke mit dem Bus fahren müssen. Kein Problem – denk ich – die haben das schwedisch-perfekt im Griff. Laufend werden wir vom Schaffner über die aktuelle Lage aufgeklärt. Man entschuldigt sich und teilt uns mit, wie es weitergehen soll.

Voller Optimismus ging ich zu den beiden bereitgestellten Reisebussen. (Nein, es war kein langer Zug.) Aber immerhin waren es ungefähr 5 Personen mehr, als es Sitzplätze in den Bussen gab. Das ist ein Problem. Stehen im Reisebus geht nicht. Da 2 von den 5-en zum Flughafen in Kopenhagen wollten, suchte der Busfahrer Freiwillige, die wieder aussteigen wollten. Dann kam das, was man von der Schule in Erinnerung hat, wenn der Lehrer ein Opfer für seine nächste Fragerunde vor versammelter Mannschaft suchte. Aber Lehrer haben mehr Macht als Busfahrer.  — Irgendwann wurden 2 Leute dann doch vom Mitleid gepackt und gaben auf. Endlich konnte es losgehen. Optimistisch war ich noch immer.

Bei der Einfahrt des Busses am Bahnhof sprach mein Hintermann aus, was alle dachten, „Var fan är tåget??????????“ (Wo, zum Teufel, ist der Zug????????) Pessimist, dachte ich nur.

Als sich herausstellte, dass auf dem gottverlassenen Bahnhof kein Mensch zu finden war, der auch nur ein bisschen was gewusst hätte, gab ich die Hoffnung auf eine schnelle Problemlösung auf.

Das sinnlose Herumstehen ohne absehbares Ende weckte heimatliche Bahnerinnerungen.

Aber wahrscheinlich kann die schwedische Bahn gar nichts dafür, weil wir Teil irgendeines großen Experiments waren und die versteckten Kameras nicht gesehen haben.

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Schon mal am Sonntag den Rasenmäher ausgeführt oder die Hecke geschnitten?
Sonntags wird kein Krach gemacht! Am siebten Tage sollst Du ruhen!

Zum Glück hat sich das nicht bis nach Schweden herumgesprochen.

Hier kann ich Haus- und Gartenpflege betreiben, wenn das Wetter, meine Zeitplanung und Lust und Laune es erlauben. Nun mag man behaupten, dass ich im Wald keine Nachbarn in Sicht- oder Hörabstand hätte, die sich daran stören könnten. Aber ganz so einsam ist es nun auch wieder nicht. Es gibt Nachbarn! Die meisten sind allerdings nur am Wochenende hier.

Meine Freundin in einer mittelkleinen Stadt schmeißt sogar am Sonntag Nachmittag zur besten Kaffee-Zeit den Rasenmäher an.

Manchmal lassen sich solche Einsätze eben nicht vermeiden, aber da kommt kein Nachbar und droht mit der Polizei. Die würde sich wahrscheinlich nur an den Kopf fassen, mit einer solchen Nichtigkeit belästigt zu werden. Und da unser mobiles Polizeirevier nur dienstags kommt, wäre bis dahin sowieso aller Ärger in Luft aufgegangen.

Heckenschere, Motorsense, Hochdruckreiniger oder Motorsäge kennen in Schweden keine Sonntagsruhe.

Ich säge, also bin ich.

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