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Posts Tagged ‘Feste’

Die schwedischen Bäckereien laufen heute auf Hochtouren. Am Fettisdag (Fastnacht bzw. Faschingsdienstag) will schließlich ein jeder seine semla essen.
Die semla ist ein rundes Hefegebäck. das mit mandelmassa (einer Art Marzipan) und massenweise Schlagsahne gefüllt wird. Ursprünglich wurde sich damit vor der Fastenzeit nochmal so richtig der Bauch vollgeschlagen.
Heutzutage wird nicht mehr gefastet und kann man semlor schon gleich nach Weihnachten kaufen. Die meisten Schweden finden das ungefähr so komisch wie wir, wenn im September die ersten Lebkuchen im Supermarkt stehen. Aber sie kaufen die semlor trotzdem schon seit Januar.

In einer Konditorei in Eksjö steht eine Riesen-semla im Schaufenster und ein ganze Schar normal großer.

Da ich bei allem Süßen schwach werde,  werd ich also auch eine letzte schöne dicke Konditor-semla in mich reinmampfen bevor die Saison wieder vorüber ist. Schmatz!

Nachtrag:
Mein Chef hat uns heute semlor gekauft. Und die waren wirklich soooooo lecker!

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Neulich fand unser Sommerfest statt. Unser: das sind Kurts Eltern und Geschwister mit Anhang. Endlich treffen sich alle mal wieder zum Klönen und Schwatzen.

In Schweden gibt es eine Sommerfestregel: Hast Du ein Sommerfest geplant, wird es garantiert regnen. Das ist schon gute Mittsommertradition und die setzt sich weiter fort!
So kam es dann also auch! An eine Gartenparty war nicht zu denken! Nur die Herren vom Grill mussten draußen stehen (mit Regenschirm) und den Lachs grillen.
Platz ist bekanntlich in der engsten Hütte und so haben wir es uns in dem kleinen Sommerhäuschen von Kurts Schwester bequem gemacht und uns vom Regen nicht mehr stören lassen.

Sommerzeit ist in Schweden auch Beerenzeit. Ich habe fast ein Kilo Blaubeeren gesammelt und einen Kuchen daraus gebacken für den Nachtisch. Alle waren begeistert.

Mal sehen, ob ich je nochmal so viel Geduld fürs Beerensammeln aufbringen kann.

Am nächsten Tag schien übrigens wieder die Sonne

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Kurts Tochter hat gestern ihren „Student genommen“, (wörtlich übersetzt aus dem Schwedischen). Das heißt nicht etwa, dass sie einen Studenten geheiratet hat, sondern dass sie ihr Abitur gemacht hat.

Wenn die Schwedenkinder endlich ihr Abitur geschafft haben, wird hier ordentlich gefeiert. Erst macht man die Stadt unsicher, anschließend gibt es eine Feier mit der ganzen Familie und am Abend trifft sich die Jugend zu einer mehr oder weniger feucht-fröhlichen Party.

Alle Familien und Freunde treffen sich also am Mittag in einem großen Menschengewühl vor der Schule und nehmen dort ihre Sprösslinge in Empfang. Es wird gefreut, geweint, gelacht, gepfiffen und gejohlt – nix für empfindliche Ohren. Nachdem jeder jedem gratuliert hat, ziehen alle zum Marktplatz.
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Dort haben Freunde, Bekannte, Verwandte ihre geschmückten Autos zu stehen für den Autokorso. Wer hat, wird im schicken (Oldtimer-)Cabrio abgeholt oder mit dem Pick-up oder mit dem Traktor, oder oder…. der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Dann folgt also der große Umzug durch die Stadt und das bedeutet: Uddevalla im Ausnahmezustand. Nichts geht mehr.
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Die Männer haben sich ins Zeug geschmissen, dass C. mit einem klapprigen 68er Volvo abgeholt werden konnte. Der Motor hatte 2 Tage vor dem großen Ereignis seinen Geist aufgegeben und musste noch in einer Nacht- und Nebelaktion ausgetauscht werden. Rechtzeitig zum Umzug durch die Stadt war das Auto dann aber fahrtüchtig.
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Dass der Motor irgendwann mitten in der Stadt anfing zu kochen, hat der ganzen Freude keinen Abbruch getan – im Gegenteil: Kurt hat das Auto und die fröhliche Gesellschaft darin an seins dran gehängt und dann gings weiter. Dass das Abschleppseil auch noch gerissen ist, will ich an dieser Stelle unkommentiert lassen…
Es hatten wohl trotzdem alle ihren Spaß dabei, auch bei dem anschließenden ausgiebigen Festessen – ich bin immer noch satt.

Ein Ereignis jagt das andere: morgen ist Schwedens Nationalfeiertag. Ich stelle schon mal den Wodka in den Kühlschrank und geh‘ die Fahne hissen.

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