Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Schweden’

Wenn die Wellen hoch genug schlagen, bekommen ein Lied und ein Gedicht aus dem deutschen Fernsehen sogar einen eigenen – immerhin gut acht Minuten langen – Beitrag in der Kultursendung des schwedischen Radios. Auf der Nachrichten-Seite des schwedischen Fernsehens gibt es einen Teil des X3-Videos mit schwedischen Untertiteln.  Das Gedicht, das sich „buchstäblich und bildlich unter Erdogans Gürtellinie aufhält“, wurde lieber nicht übersetzt.
Gut, wenn man über die wichtigen Dinge aus Deutschland auf dem Laufenden gehalten wird.

Advertisements

Read Full Post »

Schweden hat seit gestern eine eigene Telefonnummer!

Da muss ich mich nach langer Abstinenz (die sicher auch noch anhalten wird) kurzzeitig zu Wort melden.
Ich möchte nämlich gern ich auf eine Telefonnummer aufmerksam machen:
Die schwedische Telefonnummer!
The Swedish Number!

+46 771 793 336

Wer diese Nummer wählt, wird per Zufallsgenerator an einen Schweden weitergeleitet und kann mit ihm oder ihr über Gott und die Welt oder was auch immer reden.

Die Idee kommt vom schwedischen Tourismusverein.
Vor 250 Jahren, im Jahr 1766, hat Schweden als erstes Land der Welt ein Gesetz über die Pressefreiheit erlassen. Aus diesem Anlass hat nun Schweden eine eigene Telefonnummer bekommen.

Wie das funktioniert, kann man bei www.theswedishnumber.com nachlesen oder man probiert es einfach selbst aus.

Die Statistik zeigt übrigens, dass die Deutschen sehr fleissig von dem Angebot Gebrauch machen. Deutschland liegt auf Platz 5 (Stand 7. April spät am Abend).

Also nichts wie los: seid neugierig und ruft an!

Read Full Post »

Ich habe mich an lutfisk – Laugenfisch – gewagt.
Und überlebt!
Bisher habe ich einen ganz großen Bogen darum gemacht, weil die geleeartige Konsistenz ziemlich abschreckend aussieht.

Die Idee stammt aus vorkühlschranklichen Zeiten und soll laut schwedischer Wikipedia aus Norddeutschland und den Niederlanden stammen: Man trocknet Fisch (Dorsch) und wenn man ihn essen will, wässert man ihn, legt ihn in Lauge (Soda oder Löschkalk) und wässert ihn wieder um die Lauge rauszuspülen. Dann sind mehr als 2 Wochen vergangen und man kann den Fisch kochen. Um die Prozedur abzukürzen, kauft man den Fisch heutzutage im Supermarkt, wo er als weiße Glibbermasse, eingeplastet im Kühlregal liegt.

Meine Nachbarn waren der Meinung, dass sie mich weiter in nordische Sitten und Gebräuche einführen müssen, und haben mich zum lutfisk eingeladen. Sie hatten extra betont, dass es noch einen Plan B gab, falls das Experiment scheitern sollte.

01032014934

Gekochter lutfisk

01032014935

Lutfisk – dazu gibt es traditionell Kartoffeln, Erbsen in einer Sahne-Mehlschwitze, Senfsoße und knusprig gebratene Speckwürfel

Fazit: Der Fisch war genießbar. Man könnte sogar sagen, er hat geschmeckt. Wahrscheinlich lag das aber eher an den kräftigen Speckwürfeln und dem anderen Zubehör. Denn der Fisch selbst hatte eigentlich gar keinen Geschmack mehr.
Ein, zwei Gläschen Aquavit haben dafür gesorgt, dass auch der Magen seine Freude an dem ungewöhnlichen Essen hatte.

Wiederholung? Nicht unbedingt notwendig. 
Trotzdem danke liebe Nachbarn für die Erfahrung.

01032014932
Aquavit zum Vor- und Nachspülen

Read Full Post »

Ernst des Lebens

Als ich in die Schule kam, sagten meine Eltern feierlich: „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens.“  Als Mahnung hab ich das nicht gesehen. Ich freute mich auf die Schule, nahm sie erst spielerisch, irgendwann später sogar ernst. 
Nach Studium und frohem Studentenleben wiederholten sie den Spruch als mein Einstieg in die Arbeitswelt begann. Der sah schon etwas anders aus als Schule, Ferienjobs, Praktika oder Ernteeinsätze. Das Schlimmste an dem neuen Ernst des Lebens war das frühe Aufstehen. Mit dem Wechsel des Arbeitgebers konnte dieses Problem verringert werden. Aber je mehr Zeit ins Land ging, desto höher wurde das Stressniveau. 

Bis ich eines Tages in Schweden ein neues Leben begann. Die Uhren tickten langsamer. Stress wurde zum Fremdwort. Der Ernst des Lebens wurde zum Spaß, auf den ich mich freute. Ließ er mir doch genügend Freiheit und Freizeit.

Das ändert sich jetzt: ab Montag arbeite ich wieder 40 Stunden pro Woche. Nach 6½ Jahren Abstinenz hat mich der Ernst des Lebens wieder zurück. Es wird eine ordentliche Umstellung werden, den Tag schon vor 6 Uhr zu beginnen, 55 km ins Büro zu fahren (bisher waren es nur schlappe 25 km), am Abend nicht vor 18 Uhr zu Hause zu sein, ein komplett verändertes Arbeitsumfeld zu haben und wieder sehr viel Neues lernen zu müssen. 
Es war Zeit für einen Umbruch. Ich freue mich schon sehr auf den neuen Ernst des Lebens, und den frischen Wind, der ab morgen weht.

Read Full Post »

In der letzten Woche habe ich mal wieder eine meiner seltenen Bahnreisen unternommen.
Leider hatte in der Nacht zuvor jemand mit seinem Baufahrzeug die Stromleitung abgerissen. Nur gut, dass ich Extrazeit eingeplant hatte.

Bei der Ausfahrt des Zuges aus dem Göteborger Bahnhof wurde uns mitgeteilt, dass wir eine Teilstrecke mit dem Bus fahren müssen. Kein Problem – denk ich – die haben das schwedisch-perfekt im Griff. Laufend werden wir vom Schaffner über die aktuelle Lage aufgeklärt. Man entschuldigt sich und teilt uns mit, wie es weitergehen soll.

Voller Optimismus ging ich zu den beiden bereitgestellten Reisebussen. (Nein, es war kein langer Zug.) Aber immerhin waren es ungefähr 5 Personen mehr, als es Sitzplätze in den Bussen gab. Das ist ein Problem. Stehen im Reisebus geht nicht. Da 2 von den 5-en zum Flughafen in Kopenhagen wollten, suchte der Busfahrer Freiwillige, die wieder aussteigen wollten. Dann kam das, was man von der Schule in Erinnerung hat, wenn der Lehrer ein Opfer für seine nächste Fragerunde vor versammelter Mannschaft suchte. Aber Lehrer haben mehr Macht als Busfahrer.  — Irgendwann wurden 2 Leute dann doch vom Mitleid gepackt und gaben auf. Endlich konnte es losgehen. Optimistisch war ich noch immer.

Bei der Einfahrt des Busses am Bahnhof sprach mein Hintermann aus, was alle dachten, „Var fan är tåget??????????“ (Wo, zum Teufel, ist der Zug????????) Pessimist, dachte ich nur.

Als sich herausstellte, dass auf dem gottverlassenen Bahnhof kein Mensch zu finden war, der auch nur ein bisschen was gewusst hätte, gab ich die Hoffnung auf eine schnelle Problemlösung auf.

Das sinnlose Herumstehen ohne absehbares Ende weckte heimatliche Bahnerinnerungen.

Aber wahrscheinlich kann die schwedische Bahn gar nichts dafür, weil wir Teil irgendeines großen Experiments waren und die versteckten Kameras nicht gesehen haben.

Read Full Post »

Schon mal am Sonntag den Rasenmäher ausgeführt oder die Hecke geschnitten?
Sonntags wird kein Krach gemacht! Am siebten Tage sollst Du ruhen!

Zum Glück hat sich das nicht bis nach Schweden herumgesprochen.

Hier kann ich Haus- und Gartenpflege betreiben, wenn das Wetter, meine Zeitplanung und Lust und Laune es erlauben. Nun mag man behaupten, dass ich im Wald keine Nachbarn in Sicht- oder Hörabstand hätte, die sich daran stören könnten. Aber ganz so einsam ist es nun auch wieder nicht. Es gibt Nachbarn! Die meisten sind allerdings nur am Wochenende hier.

Meine Freundin in einer mittelkleinen Stadt schmeißt sogar am Sonntag Nachmittag zur besten Kaffee-Zeit den Rasenmäher an.

Manchmal lassen sich solche Einsätze eben nicht vermeiden, aber da kommt kein Nachbar und droht mit der Polizei. Die würde sich wahrscheinlich nur an den Kopf fassen, mit einer solchen Nichtigkeit belästigt zu werden. Und da unser mobiles Polizeirevier nur dienstags kommt, wäre bis dahin sowieso aller Ärger in Luft aufgegangen.

Heckenschere, Motorsense, Hochdruckreiniger oder Motorsäge kennen in Schweden keine Sonntagsruhe.

Ich säge, also bin ich.

Read Full Post »

Ohne Wasser

Mein Boot liegt fast auf dem Trockenen.

ausgetrocknet

Beim Aralsee hat’s wahrscheinlich auch mal so angefangen…

Eine wirkliche Gefahr der Austrocknung besteht aber nicht, denn man kann davon ausgehen, dass der Regen nicht mehr lange auf sich warten lässt.

Dann ist Payday!
Oh je, ich sehe schon wochenlanges nasses Grau auf uns zukommen.

Es wird dann eine Weile dauern, bis der Wasserstand um mehr als einen Meter ansteigt, um auf die für die Jahreszeit übliche Höhe zu klettern.

Read Full Post »

Older Posts »

%d Bloggern gefällt das: