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Posts Tagged ‘andere Länder andere Sitten’

Am Anfang meiner „Karriere“ in Schweden war ich auf einer Familienfeier eingeladen. Es war ein großes Buffet aufgebaut und zum Schluss durften natürlich die Torten nicht fehlen. Zu meiner größten Verwunderung waren die aber nicht geschnitten, sondern standen im Ganzen und sehr schön anzusehen einfach so da. Da muss die Hausfrau doch was vergessen haben!

So was macht man doch nicht! Ist doch unhöflich!

Als ich dann irgendwann Gastgeberin war, habe ich natürlich meine Torte schön ordentlich aufgeschnitten auf den Tisch gestellt. Und bin – dingdong – ins Fettnäpfchen getreten.

So was macht man doch nicht! Ist doch unhöflich!

Torten werden in Schweden oft gleich nach dem Essen gereicht. Wie groß das Stück ist, das man dann noch schafft, hängt davon ab, wie sehr man sich vorher schon vollgestopft hat. Oder wie viel man glaubt, noch in sich reinstopfen zu können. Und da ist es doch sehr sinnvoll, wenn nicht alle Tortenstücke die gleiche von der Hausfrau bemessene Größe haben. Man wählt also die Tortenstückchengröße (schönes Wort) selbst.

Der Vorteil der schwedischen Sitte ist, dass die Gäste die Torte in all ihrer Pracht bestaunen, bewundern und würdigen können, bevor das Messer die Kunst der Bäckerin (oder des Bäckers) zerstört.

Meine Torten kommen seitdem nur noch ungeschnitten auf den Tisch.

 Mittsommertorte Grattis

Oder ich mache für jeden ein eigenes Törtchen 😉

TörtCHEN

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Die Uhren ticken in Schweden genauso wie bei uns – nicht aber die Schlüssel!
Die steckt man hier nämlich verkehrt herum ins Schloss.

Die Haustür aufzuschließen ist eine Handlung, die man oft blind macht, mit den Gedanken schon woanders: beim Liebsten, bei der Wärme oder dem Chaos, das einen erwartet.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und so dauert es einige Wochen oder Monate bis man gelernt hat, den Schlüssel, ohne extra nachzudenken, in ein schwedisches Schloss zu stecken. Anfänglich stand ich oft vor der Haustür, bohrend mit dem Schlüssel als ob ich das Schlüsselloch nicht fände.
Mangels neugieriger Nachbarn hätten zum Glück nur die Rehe und Elche auf die Idee kommen können, dass ich da mal wieder etwas angeheitert und betütert nach Hause komme.

Inzwischen bin ich natürlich ordentlich eingeschwedet und kann meine Haustür ohne extra nachzudenken öffnen.

Aber nun hat sich das Blatt gewendet. Inzwischen stehe ich vor deutschen Türen erst mal etwas deppert da bis ein Funke durch’s Gehirn schießt: ANDERSHERUM!!!!!!

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Um die Mentalität der Skandinavier zu erklären, hat mir ein Norweger neulich Folgendes erzählt:

Vor einem Haus steht ein Mann an einer Bushaltestelle. Es regnet in Strömen.

In Norwegen: Der Norweger guckt hinter der Gardine aus dem Fenster zu dem Mann an der Bushaltestelle.

In Schweden: Der Schwede geht raus und gibt dem Mann an der Bushaltestelle einen Regenschirm.

In Dänemark: Der Däne geht raus und lädt den Mann in sein Haus ein.

Und in Deutschland?

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Mal ehrlich: wer benutzt täglich ein Buttermesser? Stippen wir nicht erst mit unserem Messer ordentlich in die Butter und dann in die Marmelade, die Wurst, den Käse usw.?

Nicht so die Schweden. Hier geht es auch im Alltag ordentlich bei Tische zu. In die Butter gehört ein Buttermesser. Immer! Ohne geht’s nicht. Denn zum Bestreichen des Brotes nimmt man nicht sein eigenes Messer, sondern das, das in der Butter steckt.

Steckt da keins drin, weil die Ausländerin – also ich in dem Fall – das nicht weiß, hat der Schwede ein Problem. Als ich noch ganz frisch und neu in Schweden war, hatten wir unverhofft einen Gast am Abendbrottisch. Den Tisch hatte ich gedeckt, mit Messer und Gabel neben dem Teller, natürlich ohne Extra-Messer in der Butter. Der Gast nahm sein Messer und guckte hilflos zur Butter und wusste nicht so recht, wie er nun zu derselben kommen sollte. Offensichtlich unwohl nahm er sein eigenes Messer. Sein Zögern machte mich stutzig und dann wurde das Kulturproblem aufgeklärt.

Ich habe mich noch nicht auf die Buttermessermethode umgestellt. Wenn aber Schweden an meinem Tisch sitzen, hat die Butter natürlich immer ihr eigenes Messerchen.

Die Messer sind meist aus Holz und fehlen in keinem Haushalt. Neben der einfachen Billigvariante gibt es schöne handwerklich gefertigte Messer aus verschiedenen Hölzern.

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